Akut in einer Krise? Hier gibt es sofort Hilfe
Was mich zurückhält
Erfährt mein Arbeitgeber von meiner Therapie?
In der Regel nicht. Niemand meldet Ihrem Arbeitgeber eine Therapie, und die Krankmeldung, die er sieht, nennt keine Diagnose. Auffallen kann nur, was im Betrieb sichtbar wird: Fehlzeiten und Termine während der Arbeit.
Was der Arbeitgeber sieht
Bei einer Krankschreibung ruft der Arbeitgeber die Daten elektronisch bei Ihrer Krankenkasse ab. Er erfährt:
- Beginn und voraussichtliches Ende der Krankschreibung
- ob es eine Erst- oder Folgebescheinigung ist
Was er nicht sieht
Krankmelden müssen Sie sich trotzdem selbst: Die Pflicht, dem Arbeitgeber die Krankheit und ihre voraussichtliche Dauer mitzuteilen, bleibt. Den Grund müssen Sie ihm dabei nicht nennen.
- keine Diagnose
- nicht, welche Praxis Sie krankgeschrieben hat
- nicht, ob Sie in Therapie sind
Wer es wissen darf
Ihre Krankenkasse bekommt die Abrechnung und damit auch die Diagnose. Sie gibt sie nicht an den Arbeitgeber weiter. Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeut:innen stehen unter Schweigepflicht (§ 203 StGB), auch gegenüber Ihrem Arbeitgeber und Ihrer Familie.
Wo es doch auffallen kann
- Wiederkehrende Fehlzeiten. Der Arbeitgeber kann bei der Kasse fragen, ob eine neue Krankschreibung auf derselben Ursache beruht. Er erfährt aber nicht, welche das ist.
- Mehr als sechs Wochen krank im Jahr. Dann muss er Ihnen ein Betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten. Die Teilnahme ist freiwillig.
- Termine während der Arbeitszeit. Fragen Sie die Praxis nach Terminen am Rand des Tages. Online-Sprechstunden sparen den Weg.
- Ein kleiner Betrieb. Dort fällt jede Abwesenheit schneller auf. Was Sie dazu sagen, entscheiden Sie selbst.
Wer helfen kann
| Weg | Was er bringt | Zeit | Kosten |
|---|---|---|---|
| Psychotherapeutische Sprechstunde | Klärt, ob und welche Hilfe sinnvoll ist. Ohne Überweisung. | online buchbar oder über die 116 117 | Kassenleistung |
| Hausarztpraxis | Erste Anlaufstelle: hört zu, klärt Körperliches ab, kann krankschreiben und weiterleiten. | meist kurzfristig | Kassenleistung |
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Wenn es gerade nicht mehr auszuhalten ist
Bei Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, oder wenn Sie sich nicht mehr sicher fühlen: Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Erste Hilfe in einer Krise